Der Ladenbesitzer tötete einen anderen Ladenbesitzer

Mullhyttan ist eine kleine Gemeinde 32 km südwestlich von Örebro, Schweden. Ungefähr 400 Menschen leben dort und taten dies auch im November 1959. Damals gab es in der kleinen Gemeinde zwei Lebensmittelgeschäfte, Konsumbutiken (Kooperation) und Nisse Petterson’s Country Store. Der Landesladen war der ICA angeschlossen, und die beiden Geschäfte konkurrierten heftig um die Kunden vor Ort. Nils Petterson, der seinen Laden seit 15 Jahren betreibt und gerade 50 Jahre alt geworden war, hatte den Laden vor kurzem gebaut und seine Fläche erweitert. Es war moderner und größer geworden, aber die Konsumbutiken hatten immer noch ein breiteres Warensortiment. Es lief gut für das Geschäft von Nisse Pettersson, und beiden Einzelhändlern war klar, dass das ICA-Geschäft expandierte, während die Zahl der Kunden, die den Konsumbutiken immer die Treue gehalten hatten, schrumpfte. Zu dieser Zeit war es für viele eine klare ideologische Frage, in welchem Geschäft sie einkauften. Die Sozialdemokraten und die Gewerkschafter kauften fast ausschließlich bei den Konsumbutiken ein. Sie konnten böse Blicke ernten, wenn man herausfand, dass sie im ICA-Laden einkauften. Je mehr Bürger und Bauern gerne im ICA-Laden einkauften, desto mehr Menschen taten dies.

Nils Petterson war eine beliebte Figur in der Stadt – jeder kannte jeden in Mullhyttan. Der Leiter des Verbrauchermarktes war 45 Jahre alt und auch in der Stadt gut bekannt. Er war ein Home Guard und ein Schütze. Der Direktor wurde während eines Probejahres angestellt, damit der Vorstand der Vereinigung herausfinden konnte, ob er der Mann war, dem es gelingen würde, die rückläufigen Verkaufszahlen umzukehren. Jeder wusste, dass die Kunden in den ICA-Laden zu strömen begannen. Man hatte dem Direktor ein Jahr Zeit gegeben, um zu zeigen, dass er der richtige Mann für die Aufgabe war.

Es gibt keine Beweise dafür, dass es einen persönlichen Konflikt zwischen den beiden Geschäftsleuten gegeben hat, aber der Wettbewerb um Kunden war hart und der Konsumleiter stand unter starkem Druck. Im Herbst 1959 hatte der Manager zu einem Nachbarn gesagt, er sei der richtige Mann für den Job: ”Ich sitze und zähle alle Kunden, die mich verlassen, um stattdessen bei Petterson’s einzukaufen.”

Der 11. November 1959 war ein sehr schöner Tag im Spätherbst desselben Jahres. Der Verbrauchermanager war zur Mittagszeit auf dem Balkon der Wohnung, die er im Obergeschoss zum Verbrauchergeschäft hatte. Dort saß er. Nisse Petterson ging immer zum Mittagessen nach Hause, und er ging fast immer den gleichen Weg ganz in der Nähe der Rückseite des Konsumladens. An diesem Tag war er spät dran und ging deshalb schnell den üblichen Weg hinter dem Haus des Konkurrenten.

Ein paar Minuten vor kl. 13 war ein scharfer Knall im ansonsten ruhigen Mullhyttan zu hören. Nisse Petterson fiel sofort zu Boden und wurde völlig leblos zurückgelassen. Nur eine Person sah ihn fallen. Dann war es der Briefträger des Ortes, der einige Minuten später den leblosen Mann auf der Straße fand und sehen konnte, dass es Nisse Petterson war. Der Briefträger dachte, dass der ICA-Händler einen Schlaganfall oder so etwas Ähnliches gehabt hätte. Nachdem die Polizei und der Krankenwagen eingetroffen waren, konnte das Personal des Krankenwagens nur feststellen, dass der Mann tot war. Die Polizei erkannte, dass es sein konnte, dass er erschossen worden war, und die Leiche musste deshalb auf das forensische Personal warten. Eine Zeugin konnte erzählen, dass sie den Knall hörte und dann sah, dass ein Mann in den nahegelegenen Wald rannte. Der Verdacht richtete sich sofort auf den Konsum-Manager, und er wurde gesucht. Nach fünf Stunden konnte er in der Wohnung eines Verwandten in der Gegend festgenommen werden. Der Mann war völlig verwirrt, und es dauerte lange, bis die Polizei ihn in der psychiatrischen Klinik, in die er von der Polizei gebracht wurde, verhören konnte. Der Verbraucher-Manager litt seit vielen Jahren an einer psychischen Störung. Er gab zu, dass er Nisse Petterson mit einem Remington-Gewehr mit 8-mm-Halbhülsen-Geschoss aus ca. 30 m Entfernung erschossen habe. Er hatte die Erlaubnis, die Waffe zu besitzen. Ein Schuss sei abgefeuert worden, der sofort tödlich gewesen sei. Der Mann konnte keine Erklärung für die Tatsache geben, dass er Nisse Pettersson erschossen hat. Bei der gerichtspsychiatrischen Untersuchung kamen die Ärzte zu dem Schluss, dass es ein Zufall gewesen sein könnte, dass Nisse Petterson das Opfer war. In Mullhyttan lebte jedoch die Wahrnehmung, dass der hart bedrängte Verbrauchermanager seinen Konkurrenten getötet hatte. Der Direktor wurde zu einer psychiatrischen Pflichtversorgung verurteilt. Das ICA-Geschäft wird seit vielen Jahren vom Sohn von Nisse Petterson geführt. In der Gemeinde Mullhyttan spricht man immer noch über den Mord an dem ICA-Händler.

Om Arwidson

Advokat bosatt och verksam i Stockholm
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